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Die Angst vor dem Knoten: Vorsorge und Diagnosemöglichkeiten bei Brustkrebs

Brustkrebs trifft nur andere: die Bäckersfrau, die Nachbarin oder die Bekannte aus dem Sportverein - eine Illusion, der sich keine Frau hingeben sollte. „Brustkrebs ist die häufigste Krebsart bei Frauen, jährlich erkranken 57 000 Deutsche. Wir müssen lernen, dem Thema das letzte Tabu zu nehmen“, sagt Susanna Hellmeister, Oberärztin in der Frauenklinik Groß-Umstadt des Klinikums Darmstadt-Dieburg.

Alter als Risikofaktor

Brustkrebs, wissenschaftlich Mammakarzinom genannt, ist ein bösartiges Geschwulst im Brustdrüsengewebe. Er beruht – wie auch jede andere Krebsart – auf der Entartung von Zellen und entwickelt sich in der Regel über Vorstufen und Jahre. Nach wie vor bleibt er überwiegend ein Zufallsbefund, den 80 Prozent der Frauen selbst machen. „Frauen sollten wachsam mit ihrer Brust umgehen und sie ab 30 Jahren einmal im Monat untersuchen: Gibt es Verhärtungen? Hat die Brust neuerdings eine rötliche Färbung? Das sind wichtige Fragen zur Früherkennung. Trotzdem dürfen wir sie mit dieser Verantwortung nicht alleine lassen“, rät Frau Hellmeister. Frauen ab diesem Alter sollten die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung bei ihrem Frauenarzt wahrnehmen. Zwischen 50 und 69 Jahren haben sie zudem Anspruch auf Teilnahme am gesetzlich initiierten Mammographie-Screening. Alle zwei Jahre erhalten sie eine Einladung in das ihnen zugeteilten Screening-Zentrum. Sinnvoll, wie Hellmeister findet: „In dieser Altersgruppe erkrankt jede 20. Frau. Es muss uns bewusster werden, wie sehr das Krebsrisiko mit dem Alter steigt.“ Für Frauen, die erblich bedingt ein höheres Krebsrisiko tragen, gibt es ein intensiviertes Früherkennungsprogramm.

Den Tumor im Keim erkennen – Moderne Methoden der Diagnostik

  • Mammographie: Bei der Mammographie wird die Brust von zwei Platten zusammengepresst und anschließend von Röntgenstrahlung durchleuchtet – ein etwas unangenehmer, aber kurzer Moment. In den Röntgenaufnahmen sind schon winzige Verhärtungen erkennbar, die dem Tastsinn entgehen. Je kleiner aber der Tumor bei der Diagnose ist, desto besser stehen die Heilungschancen. Bestimmte Vorstufen bösartiger Tumoren neigen außerdem dazu, feinste Verkalkungen auszubilden, die einzig in der Mammographie nachzuweisen sind. „Wir arbeiten bei der Mammographie ausschließlich mit digitaler Technik, so bleibt die Strahlenbelastung für die Patientinnen möglichst niedrig“, so Dr. Thomas Martin, Chefarzt der Frauenklinik in Groß-Umstadt.
  • Mammasonographie: Die sogenannte Mammasonographie ergänzt die Röntgenuntersuchung und kann als harmloses Ultraschallverfahren auch bei schwangeren oder stillenden Frauen zum Einsatz kommen. Sehr wichtig ist die Ultraschalluntersuchung bei der sogenannten „ dichten Brust“, die aus viel Drüsen- und Bindegewebe besteht. Je dichter die Brust ist, desto schwerer ist sie in der Mammographie zu beurteilen. Da kann die Ultraschalluntersuchung im Auffinden von kleinen Brusttumoren der Röntgenuntersuchung überlegen sein und sollte zusätzlich zu jeder Mammographie empfohlen werden. Die Röntgenuntersuchung ist aber dennoch wichtig, denn die ganz frühen sogenannten Vorstufen des Brustkrebses können durch Kalkablagerungen im Gewebe nur durch die Röntgen – Mammographie gesehen werden.
  • Elastographie: Gesundes Gewebe ist elastischer als Tumorgewebe. Dieses Prinzip nutzt ein weiteres auf Ultraschall basierendes Verfahren: die Elastographie. Trifft die Ultraschallwelle auf härteres Gewebe, wird das Signal zeitversetzt reflektiert und erscheint auf dem Ultraschallbild andersfarbig. Alle Untersuchungsergebnisse werden von mindestens zwei Radiologen und Gynäkologen begutachtet, um eine möglichst hohe Diagnosesicherheit zu erreichen. „Wichtig ist bei der Beurteilung von auffälligen Brustbefunden häufig eine Kombination aus mehreren Methoden“, weiß Hellmeister aus Erfahrung.
  • Stanzen: „Es geht darum, Befunde in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken – je früher, desto besser“, erklärt sie. Sollten auch nach dem Ultraschall noch Zweifel bestehen, entnimmt Frau Hellmeister in einem ambulanten Verfahren, dem so genannten „Stanzen“, kleine Gewebeproben. Ebenfalls ambulant möglich ist übrigens auch die Entfernung gutartiger Befunde in der Brust mittels ultraschallgesteuerter Vakuumbiopsie - einem patientinnenfreundlichen Verfahren, bei dem nicht einmal eine Narkose notwendig ist.

Kompetente Beratung in der Brustsprechstunde

Generell ist es wichtig, den Frauen die Scheu zu nehmen: „Mein Team und ich wissen, wie nervenaufreibend das Thema Brustkrebs für unsere Patientinnen ist und gehen entsprechend feinfühlig mit ihnen um. In unserer Brustsprechstunde besprechen wir die Fragen und Anliegen der Frauen in einer ruhigen Atmosphäre.“ Die Klinik ist angegliedert an das Brustzentrum Südhessen. Jede Patientin wird individuell in einer fächerübergreifenden Konferenz dieses Brustzentrums besprochen. In einer solchen Konferenz sitzen Radiologien, Gynäkologen, Pathologen, Onkologen, Nuklearmediziner und die Vertreter der anderen Fachdisziplinen aus dem Brustzentrum zusammen und erörtern das weitere Vorgehen mit der Patientin. In Spezialfällen werden auch die deutschlandweiten Verknüpfungen und Verbindungen genutzt, und die Patientin kann an die für sie richtige Einrichtung und Beratungsstelle weiter vermittelt werden.

Über die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg

Die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg behandeln als Klinikverbund an den Standorten Groß-Umstadt und Jugenheim jedes Jahr mehr als 30.000 Patienten stationär und ambulant. Mit mehr als 450 Planbetten sind sie der zuverlässige medizinische Versorger in der Region. Rund 750 Mitarbeiter und hochmoderne medizinische Standards garantieren eine bestmögliche Versorgung der Patienten. Weitere Informationen unter:

www.kreiskliniken-darmstadt-dieburg.de

09. Dezember 2011
Auszug aus GESUNDHEIT RHEIN-MAIN

05. Oktober 2012
Darmstädter Echo Online

Brustkrebs, die große Gefahr für die Frau

„Brustkrebs geht jede Frau an, denn das Thema beginnt schon bei Vorsorge und Früherkennung. Wer gut informiert ist, kann eine Erkrankung früher erkennen und seine Heilungschancen verbessern. Mit dem Aktionstag haben wir eine Möglichkeit geschaffen, sich dem Thema auf vielfältige Art zu nähern“, so Susanna Hellmeister, Leiterin der Pränatal- und Brustdiagnostik an der Kreisklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Groß-Umstadt.

Die Zahl der Brustkrebskranken steigt dramatisch: „Heute sind es doppelt so viele wie im Jahr 2008“, sagt Susanna Hellmeister. Zugleich sterben aber heute weniger Frauen an Brustkrebs als früher. Die Erklärung: „In den Kliniken werden heute viel frühere Stadien entdeckt – und oft erfolgreich behandelt.“

Am Sonntag (7.) gestalten die Kreiskliniken am Standort Groß-Umstadt von 11 bis 17 Uhr einen Aktionstag zum Thema Brustkrebs. Der Eintritt ist frei.

In Vorträgen und persönlichen Gesprächen möchten Krebsmediziner und Therapeuten der Kreisklinik und deren Partner ihr Wissen weitergeben. Auf dem Ausstellungsgelände in der Cafeteria können Patientinnen außerdem einen Markt der Möglichkeiten erkunden: Dort stellen sich die Gesundheitseinrichtungen und Selbsthilfegruppen vor. Denn bei Brustkrebs sei eine Rundum-Betreuung nötig: „Nicht nur der behandelnde Arzt ist Ansprechpartner für die Patientinnen. Die psychoonkologische Betreuung durch Sozialpädagogen und Mediziner ist während und nach der Behandlung ebenso wichtig“, erklärt Cornelia Hinrichsen, Leiterin des Vereins „Weiterleben“ in Darmstadt.

Sanitätshäuser, Friseure und Kosmetikerinnen, die sich speziell mit den Problemen bei Haarausfall, BH-Versorgung und Hautveränderungen auskennen, werden deshalb ebenso am Aktionstag teilnehmen wie Sport- und Physiotherapeutinnen. Ein Höhepunkt soll ab 14 Uhr die Modenschau unter dem Motto „Leben Brustkrebs Leben“ werden. Außerdem werden die neuesten Brustprothesen und Brustausgleichs-Segmente präsentiert.

Schwangerschaftsdiabetes: Eine Gefahr für Mutter und Kind

Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg gründen neues Netzwerk in Groß-Umstadt

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Groß-Umstadt ermöglicht die optimale Versorgung von betroffenen Frauen in Südhessen

Endlich schwanger! Die Vorfreude auf das Baby ist oft riesig, doch viele werdende Mütter ahnen nicht, dass mit einer Schwangerschaft auch Begleiterkrankungen einhergehen können. Eine der häufigsten ist der Schwangerschafts- bzw. Gestationsdiabetes, welcher erst mit der Schwangerschaft auftritt und erkannt wird. Experten gehen davon aus, dass bis zu siebzehn Prozent aller Mütter unter dieser Krankheit leiden. Bleibt sie unerkannt, können für die betroffenen Frauen und ihre ungeborenen Kinder gesundheitliche Folgen entstehen. Kinder von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes sind bei Geburt im Durchschnitt etwas schwerer. Dadurch kann es häufiger zu einer Verzögerung der Geburt und auch zu einer Verzögerten Geburt der Schulter kommen. Das kann zu Verletzungen von Mutter und Kind führen. Wenn ein Schwangerschaftsdiabetes behandelt wird, treten solche Verletzungen seltener auf. „Babys, bei denen der mütterliche Zucker nicht gut eingestellt wurde können bei der Geburt Probleme mit der Atmung und auch mit ihrem eigenen Zuckerhaushalt bekommen. Insbesondere die Gefahr der Unterzuckerung droht, da das Kind noch die hohen Zuckermengen aus der Gebärmutter gewöhnt ist.“ so Susanna Hellmeister, Oberärztin in der Frauenklinik Groß-Umstadt des Klinikums Darmstadt-Dieburg.

Um die betroffenen Patientinnen optimal versorgen und behandeln zu können, haben die Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg nun ein Netzwerk für Schwangerschaftsdiabetes gegründet.

Experten arbeiten in Groß-Umstadt Hand in Hand

„Bei uns arbeiten Experten Hand in Hand, um den Schwangeren eine optimale prä-, peri- und postnatale Versorgung zu gewährleisten“, sagt Dr. med. Thomas Martin, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Groß-Umstadt. Auch im Zentrum des neuen Kompetenznetzwerks sollen die Gesundheit und das Wohl des un- bzw. neugeborenen Kindes und seiner Mutter an erster Stelle stehen.

Das Kompetenznetz besteht aus

  • Susanna Hellmeister, Oberärztin Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, DEGUM II, Praxis für Pränatal- und Brustdiagnostik, Kreisklinik Groß-Umstadt
  • Dr. med. Marco Kowalski, Facharzt für Innere Medizin und Diabetologie, Diabetische Schwerpunktpraxis Groß-Umstadt.
  • Dr. med. Jörn Voigt, Kinderarzt aus Groß-Umstadt

Die Ursachen dieser Zuckerkrankheit liegen zum einen in speziellen Schwangerschaftshormonen (z.B. Östrogen), die zur Erhöhung des Blutzuckerspiegels führen, doch auch falsche, einseitige Ernährung kann schuld sein.

In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft lassen die Hormone die Körperzellen abstumpfen. Sie reagieren daraufhin nicht mehr so stark auf den Insulinreiz. Die Folge: der Blutzuckerspiegel der Schwangeren steigt gefährlich an, während die Betroffenen kaum Symptome zeigen und selbst häufig nichts von ihrer Erkrankung bemerken. Sogar die Blutzuckermessung im Urin der Patientin ist oft unzuverlässig.

Steigende Fallzahlen:
Optimierung der Diagnostik und Therapie wichtiger denn je

Gerade deshalb ist eine gezielte Diagnostik über mehrere Etappen wichtig: Für schwangere Frauen wird im Zeitraum zwischen 24 und 28 Schwangerschaftswochen ein Vortest angeboten, bei dem die Frauen ein Glas Wasser mit 50 Gramm Zucker trinken. Ist das Ergebnis unauffällig, ist der Test beendet. Falls nicht, wird den Frauen ein zweiter, etwas aufwändiger Zuckertest angeboten. Dafür muss die Schwangere nüchtern sein, das heißt, mindestens acht Stunden nichts gegessen oder getrunken haben. „Dieser Zuckertest beginnt damit, dass der Frau nüchtern Blut abgenommen wird. Erst dann trinkt sie

eine Zuckerlösung mit 75 Gramm Glukose. Nach einer und nach zwei Stunden wird erneut Blut aus einer Armvene abgenommen. Wenn einer der drei folgenden Blutzuckerwerte erreicht oder überschritten ist, wird die Diagnose Schwangerschaftsdiabes gestellt“, erklärt Susanna Hellmeister das Verfahren. Da Frauen in Deutschland heute später gebären und auch mehr wiegen als Schwangere in früheren Zeiten, steigt die Zahl der Fälle von Gestationsdiabetes stetig an.

23. April 2012
Offenbach Post, Print

18. April 2012
Darmstädter Echo, Print

18. April 2012
Darmstädter Echo Online

 

18. April
Gesundheit Rhein Main

23. April 2012
Gesund Leben Heute

24. April 2012
Hessische Niedersächsische Zeitung Online

„Für Frauen mit spätem Kinderwunsch ist pränatale Diagnostik besonders wichtig“

Susanna Hellmeister, Oberärztin und Expertin für vorgeburtliche Diagnostik an den Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg, über die wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen

Immer mehr Frauen in Deutschland erfüllen sich erst ab dem 35. Lebensjahr ihren Kinderwunsch. Mit diesem Alter steigt jedoch das Risiko, ein Kind mit einer Chromosomenstörung zu bekommen, deutlich an. So spricht man bei Frauen, die älter als 35 Jahre sind und ein Kind bekommen, schon von einer „Risikoschwangerschaft“. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um gezielt nach Hinweisen auf eine mögliche Fehlentwicklung des Ungeborenen zu suchen. Diese Methoden werden unter dem Begriff der pränatalen - also vorgeburtlichen - Diagnostik zusammengefasst. Mittels pränataler Diagnostik können gesundheitliche Beeinträchtigungen beim Ungeborenen schon sehr früh erkannt werden: Herzfehler, der sogenannte „offene Rücken“, Skelettfehlbildungen, aber auch fehlerhafte Erbanlagen (Chromosomenanomalien).

Welche Möglichkeiten gibt es heute in der Medizin und was können sie leisten?
Susanna Hellmeister, ausgewiesene Ultraschall-Expertin und Oberärztin für Pränatalmedizin, betreut in ihrer Praxis an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Groß-Umstadt der Kreiskliniken Darmstadt-Dieburg Patientinnen mit speziellen Fragestellungen im Bereich Schwangerschaft und Brustdiagnostik und verstärkt dort seit September 2011 das gynäkologische Team um den neuen Chefarzt Dr. Thomas Martin. Patientinnen kommen auf Zuweisung ihres Frauenarztes, zur Zweitmeinung, aber auch zu bestimmten Untersuchungen wie der Feindiagnostik zu Frau Hellmeister. Sie erklärt im Folgenden die wichtigsten Untersuchungen zur Früherkennung:

Ersttrimesterscreening (11.-14. SSW)
Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche (SSW) wird im Ersttrimesterscreening die „Nackenfalte" des Babys, deren Größe Hinweise auf eventuelle Chromosomenstörungen wie das Down Syndrom/ Trisomie 13 und 18 liefern kann, gemessen. Die Nackenfalte kann aber auch bei bestimmten anderen Fehlbildungen, wie z.B. Herzfehlern oder Skelettanomalien vergrößert sein. Gibt es Auffälligkeiten, kann zeitnah eine Punktion der Plazenta als sogenannte Chorionzottenbiopsie durchgeführt werden, um eine definitive Klarheit über die Chromosomen zu bekommen“, erklärt Susanna Hellmeister.

Chorionzottenbiopsie (11.-13. SSW)
Bei der Chorionzottenbiopsie werden kleine Gewebeproben an der Plazenta entnommen und labortechnisch untersucht. Diese Untersuchung ist mit einem gewissen Risiko verbunden. Wird sie jedoch in einer auf Pränataldiagnostik spezialisierten Praxis durchgeführt, liegt das Risiko einer Fehlgeburt bei unter 0,5 %. „Die Entscheidung für oder gegen die Untersuchung muss von den werdenden Eltern genau abgewogen werden. Der Vorteil: Ein frühes Ergebnis, frühe Gewissheit, frühere Entscheidungen im Krankheitsfall. Der Nachteil ist, dass sich bei etwa 2 bis 3 Prozent der Untersuchungen unklare Befunde (sogenannte Mosaike) ergeben, bei denen dann ab der 15. SSW eine zusätzliche Fruchtwasseruntersuchung erfolgen muss, um eine definitive Klärung zu erreichen“, so Frau Hellmeister. „Die Schmerzen bei der Chorionzottenbiopsie sind eher dumpf, ähnlich einer Impfung. Die Methode bietet sich besonders für Frauen an, bei denen bereits vor oder zum Eintritt der Schwangerschaft Risiken vorliegen, in der Familie eine bestimmte genetische Krankheit vorliegt, die molekulargenetisch nachgewiesen werden kann oder Auffälligkeiten während der Nackentransparenzmessung gefunden wurden.“ Das Ergebnis liegt nach 10 -14 Tagen vor. Ein sogenannter Pränataler Schnelltest (FISH-Diagnostik/ PCR) auf Trisomie 13, 18, 21 und Turner-Syndrom kann bereits nach 24-48 Stunden Ergebnisse liefern.

Fruchtwasseruntersuchung (15.-17. SSW)
Bei der Fruchtwasseruntersuchung, die in der Regel nur etwa zwei bis fünf Minuten dauert, wird durch eine Punktion der Fruchtblase Fruchtwasser mit den darin befindlichen kindlichen Zellen entnommen. „Diese Zellen sind abgestoßene Zellen der Haut, des Magen-Darm-Trakts und der Nieren des Kindes“, so Frau Hellmeister. Die Fruchtwasserprobe von etwa 10-20 ml Fruchtwasser wird anschließend in einem Labor auf Chromosomenabweichungen und andere Parameter wie den offenen Rücken untersucht. Ähnlich wie bei der Chorionzottenbiosie liegt das Ergebnis mittels Pränatalem Schnelltest schon nach 1-2 Tagen vor. „Die Fruchtwasseruntersuchung ist aber im Vergleich zur Chorionzottenbiopsie weniger schmerzhaft.“
In dieser Zeit findet auch das frühe Organscreening statt. Im Falle einer unauffälligen Ultraschallunterschung ist es dann schon relativ unwahrscheinlich, dass das Kind von einer schweren Fehlbildung betroffen ist. Weitere Informationen werden dann in der Zeit um die 19-22. Schwangerschaftswoche gegeben.

Feinultraschall (19.-22. SSW)
„Dies ist der optimale Zeitpunkt für das Organscreening. Zu diesem Zeitpunkt sind alle Organe des Kindes weitgehend ausgebildet und groß genug, um sie zu beurteilen. Die frühe Feindiagnostik, die im ersten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt wurde, wird durch diese zweite Untersuchung in der 19.-22. SSW ergänzt“, erklärt Susanna Hellmeister. Der Feinultraschall ermöglicht Aussagen über Gliedmaßen, Wirbelsäule, Kopf und Rumpf sowie innere Organe. Wenn ernstzunehmende Gründe dafür sprechen, rät Frau Hellmeister zu dieser Untersuchung: „Man hat im Feinultraschall die Möglichkeit, das Kind von allen Seiten anzuschauen und kann dadurch schon eine Vielzahl von kindlichen Erkrankungen mit großer Sicherheit ausschließen.“

Echokardiographie (20.-23. SSW)
Im Rahmen der fetalen Echokardiographie wird das Herz des Babys mittels hochauflösender Ultraschallgeräte genauer untersucht, um Herzfehlbildungen auszuschließen. „Herzfehler gehören zu den häufigsten Fehlbildungen, 80 Prozent davon können spezialisierte Ärzte schon an Ungeborenen erkennen. Es ist wichtig, dass sie früh entdeckt werden, damit das Baby rechtzeitig vor und nach der Geburt behandelt werden kann“, erklärt Frau Hellmeister.

Dopplersonographie (20.-40. SSW)
Diese Doppler-Untersuchung dient dazu, die Durchblutung des Mutterkuchens sowohl auf der kindlichen als auch auf der mütterlichen Seite zu prüfen. „Dadurch können Risikofaktoren für eine Wachstumsstörung des Kindes, eine Unterversorgung des Kindes oder schwangerschaftsbedingte Erkrankungen der Mutter erkannt werden“, so Frau Hellmeister. Auch in späteren Schwangerschaftswochen kann mittels der Dopplersonographie die Versorgung des Kindes überprüft werden.

3D- oder 4D-Ultraschall-Untersuchung
Diese Ultraschall-Untersuchung kann als Zusatzuntersuchung vor allem bei den Risikoschwangerschaften und Schwangerschaften, bei denen Abweichungen des Wachstums, der Fruchtwassermenge, des Herzens oder der Nieren mittels Feindiagnostik entdeckt wurden, angewandt werden. „Der 3D-Ultraschall ermöglicht eine räumliche Darstellung, der 4D-Ultraschall liefert sogar ein ständig aktualisiertes Bild. So kann man auch die Bewegungen des Kindes ganz genau sehen“, erklärt Frau Hellmeister.

Weitere Behandlungen
Kinder, bei denen eine Auffälligkeit festgestellt wurde, werden über die gesamte Schwangerschaft von Spezialisten an der Klinik in Groß-Umstadt - wie auch deutschlandweit - intensiv weiter betreut. Herr Dr. Dr. med. Ghahremani ist beispielsweise als Chefarzt für ästhetische Chirurgie und Gesichtschirurgie in Groß-Umstadt ein Spezialist für Lippenkiefergaumenspalten. In anderen Fällen kann ein Kind bereits im Mutterleib operiert werden, bei einigen Kindern müssen rund um die Geburt besondere Bedingungen geschaffen werden. „Ich achte sehr darauf, den Familien kompetenten medizinischen, aber auch mentalen Beistand zu geben“, so Susanna Hellmeister. „Dafür habe ich die psychosomatische Grundversorgung und bilde mich regelmäßig insbesondere im traumatherapeutischen Gebiet weiter. Auch eine solche Betreuung kann nur im Verbund gut funktionieren. In der Klinik in Groß-Umstadt arbeitet ein kompetentes Hebammenteam, von denen einige auch die Ausbildung zur Betreuung traumatischer und belastender Situationen in und um die Schwangerschaft haben. Des Weiteren kann der Kontakt zu anderen betroffenen Eltern, Selbsthilfegruppen oder Psychologen hergestellt werden. Egal, welche Entscheidung die Eltern stellen: Sie sind nicht allein.“

Über Susanna Hellmeister

Frau Hellmeister besitzt die DEGUM II-Anerkennung für Pränatale Diagnostik der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. sowie die Schwerpunktbezeichnung „Spezielle Perinatologie und Geburtshilfe“ erhalten. Gerade weil man es in der Gynäkologie mit starken Emotionen zu tun hat und die einzelne Patientin in einer großen Klinik oft verloren geht, fiel ihr die Entscheidung für die Klinik in Groß-Umstadt leicht: Jede Patientin bekommt von ihr so viel Zeit, wie sie benötigt und wird individuell und ihrer Situation entsprechend beraten und behandelt. Dass das in Groß-Umstadt möglich ist, ist keinesfalls selbstverständlich. Hier gibt es eine hohe medizinische Konzentration auf geringem Raum. Das bedeutet hohes Niveau, kürzere Wege und die Möglichkeit, individuell auf die Patientinnen einzugehen.

24. Oktober 2011
Hausmed, Online

29. Januar 2012
Lebenslust


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